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Heiligengrabe lehnt Bau der Massentierhaltungsanlage ab

18.12.2014

Klares Votum gegen Hähnchenmast

Mit einem klaren Votum lehnen die Gemeindevertreter von Heiligengrabe die geplante Errichtung einer Hähnchenmastanlage im Nachbarort Könkendorf (Prignitz) ab. Niederländische Investoren planen den Bau von sechs Ställen für je 54.000 Masthähnchen. Das stößt in der Prignitz auf Widerstand.

 

Blandikow. Die geplante Hähnchenmastanlage in Könkendorf (Prignitz) befindet sich in der Nähe des Gemeindegebietes Heiligengrabe und beeinträchtigt die Lebensqualität der Einwohner. Es bestehe eine Gesundheitsgefährdung für die Menschen; schädliche Immissionen seien in Boden, Luft und Wasser zu erwarten. Zudem bewirke das Vorhaben zusätzlichen Verkehr auf dafür zum Teil ungeeigneten Ortsverbindungsstraßen. Die geplante Mastanlage sei eine unwürdige Art der Tierhaltung. Diese Argumente führten zu einem klaren Nein der Heiligengraber Gemeindevertreter am Mittwochabend in Blandikow.

Die Mitglieder des Ortsbeirats in Blesendorf hatten beantragt, dieses Thema zusätzlich auf die Tagesordnung der Sitzung zu nehmen. Ortsvorsteher Wolfram Hlouschek: "Es handelt sich ausschließlich um eine politische Entscheidung, bei der der ablehnende Beschluss unseres Ortsbeirates unterstützt wird." Da die geplante Mastanlage sich nicht auf dem Territorium der Gemeinde Heiligengrabe befindet, "ist die Gemeinde auch keine Genehmigungsbehörde und kann diesen Prozess nicht steuern", so Bauamtsleiter Klaus Niedergesäß. Als benachbarte Gemeinde von Könkendorf ist Heiligengrabe allerdings an der Stellungnahme beteiligt. "Vor allem möchten wir erfahren, in welchem Umfang der Verkehr während der Bauphase läuft", so Niedergesäß.

Die niederländischen Investoren Hermann Hemmen und Jan-Anne Legendal planen den Bau von sechs Ställen für je 54.000 Masthähnchen nördlich von Könkendorf. Jährlich sind acht Mastdurchläufe geplant. Damit würden 2,59 Millionen Masthähnchen am Standort produziert. Der Bauantrag befindet sich seit Juni letzten Jahres im Genehmigungsverfahren. Vier direkte Arbeitsplätze sollen in diesem Zuge in der Anlage entstehen.

Eine Bürgerinitiative versucht, den Bau zu verhindern.

Von Christamaria Ruch, MAZ-Online