Link verschicken   Drucken
 

Synode gegen industrielle Massentierhaltung in der Prignitz Die Kirche unterstützt Mastanlagen-Gegner

24.03.2014

Die Synode des Kirchenkreises Kyritz-Wusterhausen, das regionale "Kirchenparlament", spricht sich gegen industrielle Massentierhaltung in der Prignitz aus. "Wir bitten die Kirchengemeinden in Groß Haßlow, Gumtow und Könkendorf, für Massentierhaltung kein Kirchenland zur Verfügung zu stellen." Die Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung und Industriehuhn mit Vertretern aus den betroffenen Wittstocker Ortsteilen haben am 18. Januar in Berlin demostriert.
Quelle: Wilhelm Schäkel

Wusterhausen. "Wie viele Menschen bewegt auch uns zunehmend die Aufzucht von Tieren in der industriellen Massenhaltung, die einzig auf die Produktion von Billigfleisch und Gewinnmaximierung in immer größeren Dimensionen ausgerichtet ist. Durch extrem kurzes Leben und Qualen verursachende Haltungsbedingungen tragen zuallererst die Tiere die hohen Kosten dieser aus den Fugen geratenen Landwirtschaft. Auch für die Menschen sind gesundheitliche und ökologische Folgen zu befürchten", heißt es in einer öffentlichen Stellungnahme. Wie der amtierende Superintendent des Kirchenkreises Kyritz Wusterhausen, Alexander Bothe, mitteilt, wurde die Erklärung am Sonnabend im Wusterhausener Stadtsaal verabschiedet. Dort kam die Kreissynode zur konstituierenden Sitzung zusammen.

"Wir bewerten die industrielle Massentierhaltung als Bedrohung der Schöpfung und sehen die notwendige Ehrfurcht vor dem Leben dadurch gravierend verletzt", heißt es weiterhin. Gemeint sind die im Bau befindlichen oder geplante Anlagen in Groß Haßlow, Gumtow und Könkendorf. "Wir bitten die Kirchengemeinden, für Massentierhaltung kein Kirchenland zur Verfügung zu stellen." In Wusterhausen wurden am Sonnabend die Mitglieder der neuen Synode für sechs Jahre in ihr Amt eingeführt. Es sind 63 Vertreter der Kirchengemeinden und kirchlicher Einrichtungen. Christian Kirsch wurde dabei erneut zum Präses, zum Leiter, der Synode auserkoren.


Den Kreiskirchenrat bilden nun Oliver Schulze (Barsikow), Bärbel Oschmann (Berlitt), Andrea Hübner (Bärensprung), Christine Leusmann (Brunn), Nico Müller (Neustadt), Peter Abraham (Barenthin), Pfarrerin Aljona Hofmann (Kyritz) und Pfarrer Henning Utpatel (Breddin). Außerdem gehören ihm neben Präses Kirsch der amtierende Superintendent Bothe und dessen Stellvertreter Lars Haake aus Sieversdorf an. Der Kirchenkreis ist mit seinen knapp 7700 evangelischen Christen der kleinste Kirchenkreis der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Er hat neben Teltow-Zehlendorf mit knapp 30 Prozent den höchsten Anteil an der Bevölkerung.

Von Matthias Anke

(Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung)